Auf in die Pampa – Wie Sie Spezialisten abseits der Großstädte rekrutieren

Auf in die Pampa – Wie Sie Spezialisten abseits der Großstädte rekrutieren

Eine Datenauswertung von KfW Research zeigt: Bei Rekrutierungsproblemen gibt es deutliche Stadt-Land-Unterschiede. In Großstädten erwarten 54 Prozent der mittelständischen Unternehmen, bei der Mitarbeitersuche Probleme zu haben. Bei Unternehmen auf dem Land sind es 70 Prozent. Diese Zahlen bestätigen, was wir auch bei unseren Hidden Champions auf dem Land beobachten. Die Unternehmen generieren einen großen Umsatz und sind auf ihrem Markt eine absolute Instanz, aber als Marke auf dem Kandidatenmarkt verhältnismäßig unbekannt. Zwar ist der Fachkräftemangel branchen- und standortübergreifend für alle eine Herausforderung. Deutlich größer wird diese aber, wenn wir uns von attraktiven Städten wie München in die Peripherie bewegen.

 

Spezialisten zieht es in die Großstädte

Sie mögen Bewerbern noch so attraktive Konditionen bieten – Unternehmen außerhalb der großen Wirtschaftsstandorte haben trotzdem große Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten zu finden und für sich zu gewinnen. Doch woran liegt es, dass es auf dem Land weniger geeignete Bewerber gibt als in der Stadt?

  1. In ländlichen Regionen ist normalerweise die Einwohnerdichte geringer. Somit ist es eine logische Konsequenz, dass dementsprechend auch die absolute Zahl an Bewerbungen kleiner ausfällt.
  2. Ländliche Regionen haben zudem das Problem, teilweise weit von den nächsten Universitäten entfernt zu sein. Unternehmen, die in Hochschulstädten oder nicht weit entfernt davon sitzen, fällt es deutlich leichter, Absolventen für sich zu gewinnen.
  3. Die Peripherie gilt in der Wahrnehmung vieler als unattraktiver Standort. Kultureinrichtungen, Nachtleben, Gastronomie und eine gute Infrastruktur sind Argumente, die für viele Bewerber von Bedeutung sind.

Diese Punkte unterstreichen, dass Unternehmen, die auf dem Land ansässig sind, eine Strategie brauchen, um ihren Standort attraktiv zu machen. Der Talentpool ist, anders als in stark besiedelten Gebieten und Zuzugszentren, überschaubar:  Talente müssen noch mehr von Ihrem Unternehmen und der offenen Stelle überzeugt werden.

Diese 3 Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Vakanzen auf dem Land attraktiver zu machen:

  1. Die Vorteile des Standorts herausarbeiten und anpreisen

Bewerber lassen sich von den Vorzügen einer Stadt locken, doch man darf nicht vergessen: Auch das Arbeiten und Leben außerhalb der Ballungszentren hat seine Vorteile. Das beginnt bei den Kauf- und Mietpreisen für Immobilien. Während man für sein Gehalt in München oder Frankfurt alles andere als Traumimmobilien ergattert, sieht es in ländlichen Gegenden in der Regel anders aus. Und das gilt nicht nur für Immobilien, sondern auch für die Lebenshaltungskosten. Die deutlich günstigeren Preise am Standort bedeuten gleichzeitig, dass vom Einkommen der Mitarbeiter mehr übrig bleibt – das Gehalt nach Abzug der Fixkosten also höher ist. Des Weiteren bietet die Peripherie die Nähe zur Natur, weniger Verkehrs- und Personenaufkommen und dadurch eine gesunde Art der Entschleunigung. Gerade Personen, die sonst Abläufe aus Großstädten gewohnt sind, erleben, dass jeglicher Verwaltungsaufwand auf dem Land in der Regel schneller und unkomplizierter abgewickelt werden kann als in der Großstadt. Das beste Beispiel sind Anmeldungen beim Bürgeramt oder der Kfz-Zulassungsstelle: Durch den geringen Andrang vermeidet man lange Wartezeiten. Und zu guter Letzt dürfen Sie auch nicht vergessen, dass auch die persönliche Ebene auf dem Land als Vorteil betont werden darf. Gerade in Krisenzeiten wie während der Corona-Pandemie war für viele die städtische Anonymität besonders hart zu ertragen – auf dem Land dagegen kennt man sich eher und hat mehr Optionen und Raum zum Austausch. Deshalb ist es für Sie als Unternehmen mit Sitz in der Peripherie wichtig, diese Vorzüge Ihres Standorts auch zu betonen – sei es in der Stellenbeschreibung oder im persönlichen Gespräch mit Kandidaten. Fällt es Ihrer HR-Abteilung schwer einzuschätzen, inwieweit sich diese Vorteile im Vergleich zur nächstgrößeren Stadt verhalten, macht es Sinn, mit Experten zusammenzuarbeiten. Diese können helfen, die Vorzüge klar herauszuarbeiten.

 

  1. Mit attraktiven Rahmenbedingungen Talente aus den Ballungsräumen locken

Scheitern Sie, den Standort als solchen für einen Bewerber interessant zu machen, brauchen Sie eine Alternative, um die Talente zu einem Jobwechsel in die Peripherie zu bewegen. Dabei bieten sich zum einen Fahrtkostenzuschüsse oder Mobilitätspakete für Pendler an. Zum anderen sollten Sie aber auch Benefits für diejenigen bieten, die zu einem Umzug aufs Land bereit sind. Zum Beispiel in Form von einer finanziellen Umzugsunterstützung, Hilfe bei der Vermittlung von Wohnungen und eine Kostenübernahme für die Zeit während der Wohnungssuche. Ein weiteres Lockmittel können auch regionale Ergänzungsangebote sein, die dem neuen Mitarbeiter dabei helfen, sich in seiner neuen Heimat wohl zu fühlen. Dazu zählen zum Beispiel Jahreskarten für lokale Einrichtungen oder Hilfestellung beim Aufbau eines sozialen Netzwerkes vor Ort durch Kontakte für ein mögliches soziales Engagement oder zu regionalen Vereinen.

 

  1. Den Job auch für nicht Umzugswillige schmackhaft machen

So sehr man auch versucht, ländliche Regionen als Arbeits-/Wohnort interessant zu machen, bei einigen Kandidaten verlaufen die Versuche ins Leere. Doch auch diese Spezialisten, die partout nicht aus ihrem Ballungsraum ziehen wollen, sollten Sie nicht abschreiben. Bieten Sie die Möglichkeit an remote – also aus dem Homeoffice – zu arbeiten. Für Mitarbeitende, die ungern im „Home-Office“ arbeiten, bietet es sich an, über eine Kooperation mit Coworking Spaces in Ballungsräumen nachzudenken. So gelingt es, die Trennung zwischen Privat- und Berufsleben beizubehalten. Gleichzeitig schaffen Sie so eine Möglichkeit, dass sich ganze Teams auch vor Ort treffen können, ohne zu Ihrem Firmensitz zu pendeln. Gerade wenn mehrere Mitarbeiter aus derselben Stadt pendeln müssten, verlieren sie so nicht die Anbindung an ihr Team. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Fahrtzeit für den Pendelweg zum Büro anteilig als Arbeitszeit zu werten. So haben die Mitarbeiter nicht Tag für Tag das Gefühl, durch den langen Fahrtweg wertvolle Zeit zu verlieren. Dadurch lassen sich remote- und Vor-Ort-Tage geschickt in einem flexiblen Arbeitsmodell kombinieren.

Der komplexe Arbeitsmarkt fordert verschiedene Recruiting-Werkzeuge

Der Fachkräftemarkt wird zunehmend rauer. Wir sehen immer häufiger, dass unsere Mandanten mit einem Traditionsunternehmen ihren Standort als Nachteil erleben müssen. Sie schaffen es auf herkömmliche Art und Weise nicht mehr, den Bedarf nach Spezialisten zu decken. Gleichzeitig verändert sich der Arbeitsalltag rasant. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter ändern sich, gleichzeitig bietet die Digitalisierung neue Methoden des Arbeitens und Wege diesen Bedürfnissen entgegenzukommen. Auch Traditionsunternehmen sehen, dass sie die neuen Möglichkeiten nutzen und investieren müssen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

 

Allerdings darf ein Aspekt nicht unerwähnt bleiben, trotz aller Versuche attraktiv und flexibel zu sein: Ganz ohne Kenntnis des üblichen Gehaltsniveaus in den Ballungsräumen, lassen sich nur selten marktfähige Angebote aussprechen. Ein Kandidat wird sich von guten Arbeitsbedingungen, und zahlreichen Benefits nicht locken lassen und auf dem Land arbeiten, wenn er beispielsweise in München deutlich mehr verdient. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich einen Marktüberblick verschaffen. Hierbei kann ein erfahrener Personalberater helfen und vorliegende Gehaltsstrukturen reflektieren.

 

Um also als Unternehmen mit einem wahrgenommenen Standortnachteil dennoch konkurrenzfähig zu bleiben im rauer werdenden Kandidatenmarkt, müssen gängige Rahmenbedingungen überdacht und gegebenenfalls angepasst werden. Ebenso müssen Angebote marktfähig gehalten werden, um Kandidaten zu sich zu locken und diese zu halten: Moderne und planbare Personalarbeit bedeutet, sich aller Werkzeuge im Werkzeugkasten bewusst zu sein und diese geschickt in den vorliegenden Marktbedingungen einzusetzen.

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